Beerdigt wurden

Erika Baarfüßer
Bildrechte: Familie Baarfüßer

Frau Erika Baarfüßer verstarb am 17.3.20 im Alter von 96 Jahren

Ihr Konfirmationsspruch wurde bei der Urnenbeisetzung am Friedhof in Hohenpeißenberg gelesen:
Christus spricht: der Geist ist‘s der da lebendig macht und die Worte, die ich rede, sind Geist und sind Leben.(Joh 6,23)


 

Frieda Gebhard
Bildrechte: Familie Gebhard

Beerdigung von Frau Frieda Gebhard am 23.4.20 in Peißenberg 
Ansprache zu Joh 14,1-6

Lesung Joh 14,1-6
Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!
In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn's nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten?
Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin.
Und wo ich hingehe, den Weg wisst ihr.
Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst; wie können wir den Weg wissen?
Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.

Ansprache

Liebe Trauergemeinde,
Wenn wir heute an Frieda Gebhard denken, haben sicher viele von Ihnen ein eigenes Bild von ihr vor Augen. Es gibt viele Erinnerungen an verschiedene Situationen, die Sie mit ihr erlebt haben, an schöne Erlebnisse, vielleicht auch an schwere Stunden. Und es ist gut, sich so zu erinnern und diese Bilder festzuhalten und sie miteinander zu teilen. Denn in den Erinnerungen wird deutlich, was sie Ihnen bedeutet hat, und wie viel Sie mit ihr verbinden. Darum erinnern wir uns gemeinsam am ihr Leben.

Frieda Gebhard wurde als Frieda Christner am 9.2.1936 in Peißenberg geboren, d.h. genau genommen in einem der Ammerhöfe. Dort hatten ihre Eltern eine Ziegelei, die sie aber in den Kriegszeiten in einen Bauernhof umwandeln mussten.
Sie war das Jüngste von 5 Kindern und wuchs zusammen mit ihren 2 Schwestern und zwei Brüdern auf.
 Mit 16 Jahren ging sie zum Arbeiten in den Haushalt der Familie Steiger, erlitt dort aber in jungen Jahren einen Schlaganfall.
Nachdem sie sich davon erholt hatte, machte sie eine Ausbildung zur Kontoristin und arbeitete bei Riemer Schmidt.
1960 lernte sie ihren zukünftigen Ehemann Wolfgang Gebhard kennen und lieben. Er lernte noch ihre Mutter kennen, die aber im Jahr darauf starb. 1962 heirateten sie und konnten vor einigen Jahren ihr 50. Ehejubiläum feiern. Und es ist für mich berührend, wenn Sie nach so vielen Ehejahren sagen können, dass Sie so gut zueinander gepasst haben und Sie sich nicht vorstellen können, dass eine andere Frau so gut zu ihnen gepasst hätte.
Sie gründeten eine große Familie mit 5 Kindern: Ingrid, Christa, Sabine, Harald und Gisela. Viele Jahre war Frieda Gebhard einfach für die Familie, für ihre Kinder da. Sie war gerne Mutter. In der Familie war sie immer auf Ausgleich bedacht.

Viele Erinnerungen sind mit den Campingurlauben am Kochelsee verbunden. Ein schwerer Schlag war der tödliche Unfall ihres einzigen Sohnes Harald mit 10 Jahren.
Viele Jahre hatte die Familie im Austragshäusl ihrer Eltern gewohnt. Im Jahr 1984 zogen Frieda Gebhard, ihr Mann und die jüngste Tochter in eine eigene Wohnung in der Hans Böckler Straße.
1990 kauften sie eine kleine Ferienwohnung in Spanien, wo sie sehr oft im Urlaub waren. Auch die Kinder, die schon selbständig waren, besuchten sie dort und verbrachten die Urlaube zusammen.
 
Als die Kinder außer Haus waren, hat Frieda Gebhard für sich neue Aufgaben entdeckt und sich um alte Menschen gekümmert im Altenheim in Peißenberg und auch in Weilheim. Sie hat auch Sterbebegleitung übernommen. Soziales Engagement war ihr wichtig. Sie wurde auch in vielen sozialen Organisationen Mitglied, um deren Arbeit zu unterstützen.

Später hat sie sich viel um die Enkel gekümmert, vor allem die der jüngsten Tochter. Damit die Enkel auch zu ihnen kommen können, sind sie und ihr Mann noch einmal umgezogen in eine größere Wohnung.
Als bei ihr die Altersgebrechen zunahmen, konnte ihr Mann sich lange um sie kümmern und Aufgaben im Haushalt übernehmen. Am Wochenende kümmerte sich dann ihre Tochter in Weilheim um sie.

Im Jahr 2015 wurde Frieda Gebhard während einem Besuch bei ihrer Tochter in Weilheim schwer krank. Sie war lange in verschiedenen Krankenhäusern und musste anschließend ins Pflegeheim. Sie kam ins Curata in Weilheim. Sie träumte immer davon, wieder nach Hause zu kommen und dass alles wäre so wie früher. In den letzten Wochen war ihr Gesundheitszustand eine Berg- und Talfahrt. Immer wieder ging es ihr sehr schlecht, dann wieder besser. Doch schließlich ist sie am Montag, den 20.4. verstorben.

Wir haben vorhin die Lesung gehört. Jesus hat, als er sich von seinen Jüngern verabschiedet hat, von den Wohnungen gesprochen bei seinem Vater. In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen. Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten.
Mir fiel dieses Bibelwort ein, als Sie erzählt haben, dass Frieda Gebhard so gerne wieder nach Hause gekommen wäre. Im Pflegeheim hat sie sich wohl nicht richtig zuhause gefühlt. Für mich ist es tröstlich mir vorzustellen, dass wir einmal wenn wir sterben, nicht in die Fremde gehen, sondern, dass das Streben eher ist wie heimkommen. Wir kehren zurück zu Gott unserem Vater, zu Christus, unserem Bruder. Er ist kein Fremder, sondern war uns schon immer nahe, hat uns schon immer begleitet im Leben. Und schließlich kommen wir zu ihm. Und er hat dann schon ein Zuhause vorbereitet für uns, einen Platz, an dem wir wohnen können. Dazu ist Jesus uns vorausgegangen in den Tod und auch in das neue Leben, um diesen Platz für uns vorzubereiten im neuen Leben, wo er uns erwartet.

Wir hoffen für Frieda Gebhard, dass sie nun in dieser Wohnung sein kann, die Jesus für sie vorbereitet hat, dass sie dort eine neue Heimat findet ein neues zuhause und dass sie dort froh ist und glücklich und Frieden findet.
So vertrauen wir Frieda Gebhard der Liebe Christi an, und hoffen darauf, dass er sie bei der Hand nimmt und in ihre neue Heimat führt. Amen.

 

 


 

Johanna Schäfer
Bildrechte: Fam. Schäfer

Beerdigung von Johanna Schäfer am 16.4.20 in Peißenberg
Ansprache zu Ps 23


Psalm 23

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
    Er weidet mich auf einer grünen Aue
    und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele,
er führet mich auf rechter Straße,
um seines Namens willen
    Und ob ich schon wanderte im finstern Tal
    fürchte ich kein Unglück,
denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
     Du bereitest vor mir einen Tisch
     im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
     Gutes und Barmherzigkeit
     werden mir folgen mein Leben lang
und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar. Amen.
     

ANSPRACHE
Liebe Trauergemeinde,

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. So haben wir es eben gemeinsam gebetet. Der Psalm beschreibt mit diesen Bildern von Schafen, grünen Wiesen und dunklen Tälern das Leben. Das Leben mit seinen schönen Seiten und auch mit seinen dunklen Tagen. Und daran denken wir heute an die guten und an die schweren Jahre und Tage im Leben von Johanna Schäfer. Es ist schmerzhaft, sich zu erinnern, weil die gemeinsamen Tage vergangen sind. Aber es ist auch gut sich zu erinnern, weil es noch einmal deutlich macht, wie wertvoll Ihnen Johanna Schäfer, Ihre Mutter, Ihre Großmutter gewesen ist.

Sie haben mir Johanna Schäfer als eine Frau geschildert, die ein großes Herz hatte – und der die Familie immer sehr am Herzen lag.
Sie ist aufgewachsen in eiern großen Familie. Als Johanna Nitz wurde sie am 14.7.1926 in Mettig in Schlesien geboren. Dort lebte sie zusammen mit ihren zwei Schwestern und sieben Halbgeschwistern, die ihr Vater in die Ehe mitgebracht hatte.

Mit Stanislay Kondek gründete sie eine eigene Familie. Sie bekamen zwei Kinder: Ihren Sohn Siegmund ihre Tochter Sonja. Das war für sie eine glückliche Zeit. Als die Kinder noch klein waren, siedelte die junge Mutter zusammen mit ihren Eltern nach Deutschland über. Eigentlich war dies nur als vorübergehende Trennung von ihrem Mann geplant, den sie sehr vermisste, aber es entwickelte sich anders. Die Familie kam zuerst nach Erfurt, und einige Jahre später in den Spessart. Dort arbeitete Johanna Nitz in einer Kleiderfabrik, während ihre Eltern sich um ihre Kinder kümmerten. Sie haben Ihre Kindheit in guter Erinnerung behalten, das Zusammenleben mit Ihrer Großmutter, der es wichtig war, ihren Glauben weiterzugeben, dem Großvater, der streng war und ihrer Mutter, die trotz ihrer Arbeit immer viel Zeit für Sie hatte. Am Wochenende hat sie viel mit Ihnen unternommen, ging gerne in der Natur spazieren und hat auch gerne mit ihnen Kindern gelesen.

Johanna Nitz war ein zufriedener Mensch. Sie war gerne unter Leuten, aber vor allem ihre Kinder waren ihre Kraftquelle. Und einige Jahre später dann ihr Enkel Nils, den sie ganz besonders in ihr Herz geschlossen hatte.
Sie lernte schließlich Bruno Schäfer kennen und die beiden heirateten 1977. Sie zog zu ihm nach Peißenberg und lebte sich hier gut ein, fand Freunde und war hier sehr verwurzelt.

Ein schwerer Schlag war für sie der Tod ihres Sohnes, der an Asthma starb. Als ihr Mann vor 10 Jahren starb, blieb sie in Peißenberg wohnen, weil sie hier Freunde hatte. Ihre Tochter kümmerte sich aus der Ferne um sie. Doch vor drei Jahren, als das alleine leben schwierig wurde, holte ihre Tochter sie zu sich nach Frankfurt. Dort hatten sie eine gute tiefe gemeinsame Zeit mit kleinen Unternehmungen. Immer wieder sind sie auch hierher nach Peißenberg gefahren in den Urlaub, weil Johanna Schäfer ihr Zuhause vermisst hat.
Nach einer schweren Erkrankung ist Johanna Schäfer bei Ihnen zuhauase am Samstag zwischen Karfreitag und Ostern verstorben.

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
Johanna Schäfer durfte auch viele gute Jahre erleben mit ihren Kindern mit ihrem Enkel, mit Stanislav Kondek und später mit Bruno Schäfer. Viele Menschen haben ihre Herzensgüte zu schätzen gewusst. Sie durfte Liebe erfahren und hat viel Liebe weitergegeben.

Johanna Schäfer hat oft gebetet zu ihrem guten Hirten, der sie in ihrem Leben begleitet hat. Sie hat auch seien Beistand erbeten für ihre Familie. Der Glaube, das Vertrauen in Christus, der uns in unserem Leben führt und begleitet und nie alleine lässt, war ihr wichtig.

Nun musste sie durch das dunkle Tal des Todes gehen.
Es ist unsere Hoffnung und unser Vertrauen, dass Gott auch in diesem Tal spricht: Ich bin bei dir. Er führt uns hindurch, durch die Täler unseres Lebens und auch durch das dunkle Tal am Ende unseres Lebens. Ich bin bei dir. Das gilt heute für Johanna Schäfer. Das gilt auch uns, wenn wir traurig sind.

Denn er kennt jeden von uns und ruft jeden bei seinem Namen. Er geht unsere Lebenswege mit uns. Alle frohen Wege und auch die traurigen. Er geht auch heute den schweren Weg zum Grab mit uns. Wir sind nicht alleine.

Christus ist uns allen den Weg durchs finstere Tal des Todes vorangegangen. Er hat diesen schweren Weg auf sich genommen. Damit wir nicht in diesem dunklen Tal bleiben müssen. Er führt uns hindurch durch dieses letzte Tal hinein in ein neues Leben.
Darauf hoffen wir, wenn wir Johanna Schäfer ihm anvertrauen. Dass er auch sie bei der Hand nimmt und mit ihr durch das Tal des Todes hindurchgeht, hinein in ein neues Leben. Amen.
scheint dein unvergängliches Licht.
lass die Entschlafene dieses Licht in Klarheit schauen
und auch uns unser Leben in deinem Licht vollenden.
Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.